Kategorie-Archiv: In eigener Sache

Gestatten: Kamäleon. Mit K wie „Köln“.

Release des neuen Comics auf dem „Comicgarten“ in Leipzig am 3. September 2016

Die erste Skizze entsteht irgendwann 2014, die grundsätzliche Idee zu einer Zusammenarbeit im September 2015. Im Juni 2016 entscheiden Sascha Dörp und ich uns schließlich, aus der Kamäleon-Idee unseren Beitrag für die Anthologie zum Leipziger Comicgarten 2016 zu machen.

Als klar ist, dass die Anthologie wohl nicht mehr rechtzeitig fertig wird, beschließen wir die erste Episode unseres Comics, einem 6-Seiter mit dem Titel „Präludium“, unter Saschas Label „ComicCabin“ selbst zu veröffentlichen.
Das hübsche kleine Heft (12 S., A5) ist seit ein paar Tagen in Druck, und wir freuen uns wie Hulle, es am 3. September auf dem Comicgarten druckfrisch präsentieren zu können.

Mit dem Kamäleon erfinden wir den deutschsprachigen Superhelden neu (falls es denn überhaupt ein Superheld ist und nicht bloß das Hirngespinst eines zeichnenden und musizierenden Rheinländers namens Leon).

Episode 1, „Präludium“, lässt bestenfalls erahnen, was da auf die Welt und uns zukommt, aber das ist auch erst der Anfang. Wir machen weiter, versprochen: vielleicht in einem schönen Fanzine oder bei mycomics.de, vielleicht in einer Anthologie oder in einem weiteren Heft, vielleicht aber auch als Webcomic.

Möglicherweise sogar überall.

Über den aktuellen Stand der Dinge informiert Euch:
www.kamaeleon-comic.de

Kamäleon Comic Cover

 



„Comics, Webcomics, Humor im Netz“

Sehr schön: Im Rahmen des Essener Wissenschaftssommers, der in diesem Jahr unter dem Motto „Digitales Leben“ steht, halten Lukas Wilde und ich einen Vortrag mit dem Titel:

„Comics, Webcomics, Humor im Netz“

Die Veranstaltung findet, unter der Leitung von Halyna Leontiy, am 13. Juni um 18:30 Uhr im Gartensall des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) statt.
Wir beschäftigen uns u. a. mit den Fragen, wie das Internet das traditionelle Comic-Genre verändert und wie sich ‚Humor‘ im Webcomic, der ja keineswegs nur humoristisch daherkommt, eigentlich darstellt?
Der Vortrag wird diese Fragestellungen aus praktischer und wissenschaftlicher Sicht beleuchten.

Auch sehr schön: Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zwei gute Argumente vorbeizuschauen, wie ich finde 🙂



Die „Sammlung Köpcke“

Wer hätte das gedacht!
Wie ich erst vor wenigen Tagen erfahren habe, führt mein Comic-Protagonist Köpcke ein Doppelleben. Immer dann, wenn er nicht in einem der Panel herumturnt, die seine Welt bedeuten, betätigt er sich als Kunstsammler!
Seine erste Sammlung, „100 Pictures Of Great Unimportance“, ist beinahe vollständig. Nun hat er mich gebeten, die Bilder für ihn zu veröffentlichen. Erstaunlich, so wie reale Menschen in der Regel gemalte Bilder sammeln, sammelt der gemalte Köpcke reale Bilder.*

Great Unimportance?
Der Fokus der Sammlung liegt auf Bildern, deren Motive möglichst bedeutungslos sind.
„Im Alltag widmen wir der Bedeutungslosigkeit viel zu wenig Aufmerksamkeit. Je schneller der Betrachter eines Bildes sich langweilt, desto besser“, formuliert Köpcke sein Anliegen in einem Interview. „Die Bilder sollen anöden. Meine Sammlung soll dazu beitragen, dass wir der Kunst gegenüber gleichgültig werden. Die Bedeutungs-Tyrannei der Kunst muss endlich überwunden werden!“.
Das Paradoxe: Gerade in den Momenten, in denen das am besten gelingt, verlagert sich die Bedeutungsebene – weg vom Kunstwerk und hin zu den abgebildeten Gegenständen.
Da tauchen hinter einer unscharf fotografierten und verbogenen Heftklammer plötzlich ganz neue Inhaltsebenen auf, die die Bedeutungslosigkeit aus ihrer Isolierung gleichsam herausreißen.
„Wer hat das Eisen für die Heftklammer abgebaut? Unter welchen Bedingungen? Wo wurde die Heftklammer hergestellt? Wer hat sie gekauft und verwendet? Warum ist sie verbogen? Und warum zum Henker fotografiert jemand so einen Scheiß? Mein Gott, bin ich müde…“ So oder ähnlich mag das Kino im Kopf des Betrachters aussehen, mit oder ohne Popcorn.

Da schau her!
Und gerade dann, wenn der Betrachter sich in der falschen Sicherheit wiegt, einen Rezeptionsmodus für die Bilder dieser Sammlung gefunden zu haben, tappt er in die Falle. Vergessen Sie bitte nicht: Es ist Köpcke, der da gesammelt hat. Immer wieder brechen die Bilder mit der Bedeutung der Bedeutungslosigkeit, fangen an zu blödeln, vermögen Ekel zu stimulieren oder lassen den Betrachter mit dem mulmigen Gefühl zurück, gerade kolossal verarscht zu werden. Was auch nicht ganz ausgeschlossen werden kann.
Diese beeindruckende und verstörende Sammlung möchte ich der Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Gleichzeitig liegt es mir fern, andere Menschen vor den Kopf zu stoßen. Daher habe ich mich entschlossen, Bild für Bild zu veröffentlichen. Etwa ein Werk pro Woche darf Ihnen Köpcke, der Sammler, auf dieser Website ab sofort persönlich vorstellen.
Überwinden Sie die Bedeutungsebene, und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil:

* Über die Quelle seiner Sammlung bewahrt Köpcke übrigens Stillschweigen. Sein einziger Kommentar auf Nachfrage: "Mein Mittelsmann möchte anonym bleiben, das muss ich akzeptieren."